Unser Berater für Barrierefreiheit schrieb an die Gemeinde Winsen/Aller

Bebauungsplan Nr.10 "An der Trift"                  vom 11.12.2019 von B.Skoda

Stellungnahme des SoVD OV Winsen

Wie bereits in der Stellungnahme zum F-Plan angekündigt, präzisieren wir für das vorliegende Verfahren unsere Ausführungen

Das Plangebiet soll über den "Försterstieg" und die "Bahnhofstr"mit dem überörtlichen öffentlichen Wegenetz verbunden und erschlossen werden. da für die Bahnhofstraße gerade Ausbau -Absichten laufen, ist der zu erwartende Mehr-Verkehr hier zu berücksichtigen.Für beide Zuwegungen sind auch für mobil eingeschränkte Menschen sichere Wege-Beziehungen bis hin zur L 298 an das anzuschließende Wegesystem und den ÖPNV zu ermöglichen.Für die innere Erschließung ist Sorge zu treffen, dass die"Barrierefreiheit" sicher gestellt ist.

Dies gilt sowohl für die Beschaffenheit der Beläge als auch für die hindernisfreie Führung und schließt sehbehinderte und blinde Menschen ein.Wie aus den Unterlagen hervorgeht, sind die erforderlichen notwendigen Entfernungen zur nächsten Haltestelle des ÖPNV (fast 2 km aus der südlichsten Ecke)recht lang.

Für mobil eingeschränkte-und ältere Menschen-eine kaum zu bewältigende Herausforderung.Wir schlagen vor, Vorsorge zu treffen, dass mindestens der Bürgerbus das Gebiet durchfahren kann und entsprechend barrierefreie  Einstiegsmöglichkeiten vorzusehen sind.Im Zusammenhang ist zu überlegen, ob an der L 298-vor dem Kreisel vom Norden kommend-eine Haltestelle angelegt werden kann.(ÖPNV -Anbindung zentraler Ort Winsen/kürzere Wege aus dem Neubaugebiet zum ÖPNV).

Im Einzelnen:

1.das innere Wegenetz wird so ausgestaltet, dass mobil eingeschränkte Personen(auch blinde Menschen)dieses uneingeschränkt nutzen können.Das bedeutet , eine gänzlich von Hindernissen freizuhaltende Wegführung ist sicher zu stellen.Einbauten  sind entsprechend taktil anzuzeigen.

Einmündungen sind so zu gestalten, das für blinde Menschen die taktile Führung nicht unterbrochen wird.Darüber hinaus sind im Zusammenhang mit dem geplanten Kindergarten genügend Stellflächen für den Bring- und Abhol-Verkehr vorzuhalten.

In dem Zusammenhang verweisen wir auf NStrG §§10/46a , sowie das NBGG.

gez.E.Gottschalk                                                                 B.Skoda

1.Vorsitzender des SoVd OV Winsen                                    Fachberater des SovD

 

 

Weitere Stellungnahme des SoVD OV Winsen

30.Änderung F-PLan Gemeinde Winsen/Aller

B-Plan 54 "SO Lebensmitteleinzelhandel Poststraße"

Warum steigt der SoVD verstärkt ein?Alle verkehrlichen Unzulänglichkeiten wirken sich letztendlich auch auf die Teilhabe von mobil eingeschränkten Menschen aus.Hier sehen wir uns in der Verpflichtung der UN-Behindertenrechtskonvention die NDS im Jahr 2009 unterschrieben hat und somit geltendes Recht ist.

Äußere Erschließung

Die verkehrlichen Aussage halten wir für zu vage und die mit dem Vorhaben verbundene verkehrsbedingte Auswirkung für nicht genügend gewürdigt.

Die nunmehrige Vorgabe zur Erschließung des Marktes von der Poststraße nur die Zufahrt zuzulassen ist ein richtiger Schritt auf unsere Eingabe vom März 2018.Gleichwohl verlagern sich nun die Probleme hin zur Alten Celler Heerstraße.Damit wird der Verkehrsknoten Post,-/Meißendorfer,-/Waller,-/Alte Celler Heerstr. zum Schlüsselelement für die Erschließung des Marktes.Zur Lösung dort liegt noch kein überzeugender Entwurf vor.Die mehrfach in den Begründungen getroffene Aussage"Leichtigkeit und Sicherheit des Verkehrs sei weiterhin gewährleistet, ist nicht nachvollziehbar, da diese Aussage bereits jetzt nicht mehr zutrifft.

Im Verkehrs-gutachten wird  der oben genannte Knotenpunkt der Kategorie "E" zugeordnet.Der zweit schlechtesten Möglichkeit überhaupt.Dazu folgendes Zitat:

"Es bilden sich Staus, die sich bei vorhandener Belastung nicht mehr abbauen.Die Wartezeiten nehmen große und stark streuende Werte an.Geringfügige Verschlechterungen können zum Verkehrs-Zusammenbruch führen."

Der dazu gemachte Hinweis auf die in der Alten Celler Heerstr. eingebrachten Schleife und die damit erhoffte Verbesserung der Qualitätsstufe(durch Unterbrechen des Verkehrsflusses auf der Poststr.)

greift unseres Erachtens nicht, weil ein vorn stehender Abbieger nach Süden das Abfließen aus der Alten Celler Heerstr. blockiert.Das hat natürlich Auswirkungen auf die Abläufe des Gesamtsystems.

Die angestrebte Mindest-Zielvorgabe "Stufe D" wird nicht erreicht. da der Verkehr am Knoten nicht mehr abfließen kann,bilden sich Rückstaus die die möglicherweise Zufahrt überlagern.Davon geht der Gutachter im Normalfall nicht aus, doch was ist schon der Normalfall? Steht vorn ein Linksabbieger nach Süden nützt auch die Unterbrechung durch die "Schleife" nichts, da ja erst der Gegenverkehr durchgelassen werden muss.

Darauf zu hoffen, dass es klappen wird, ist Wunschdenken. Die Folge wird sein, dass sich der Verkehrsstrom nach Süden sich andere Wege sucht,z.B. über die Schuhstr. bzw.über die Kanonenstr. Im Hinblick auf die dortige Situation kein anzustrebendes Ziel.

Keine Aussage finden wir im Hinblick auf die Fußgänger-Situation.Der Hinweis auf gut ausgebaute Fußwege an der Poststraße(Mitbenutzung Radfahrer) und die Mittelinsel genügt nicht. Zudem entspricht keiner den einschlägigen Richtlinien.Das gilt auch für die Mittelinsel im Bereich Apotheke.Darüber gibt es keine Aussage, wie Fußgänger auf dem Marktgelände geführt werden sollen.Hier finden wir lediglich in der Abwägung den Hinweis auf eine bedarfsgerechte Gestaltung des Parkplatzes bei der Durchführung.Wir meinen, das reicht nicht. Zur Beurteilung der Situation gehört auch die innere Erschließung der Anlage.Die langen Wege von der Poststr. zum Gebäude zwischen rangierenden PKWs hindurch sind sicher nicht das Gelbe vom Ei.

Auch ist sicher nicht gewünscht, dass fußläufiger Austausch mit dem Nachbargrundstück möglich ist.dazu gehört auch eine verbindliche Festlegung.Es kann nicht sein, dass man für eine Besorgung vom Nachbargrundstück A zum Nachbargrundstück B sich ins Auto setzen muss oder lange Fußwege machen muss, um seinen Einkaufsvorgang abzuschließen.Darüber hinaus eröffnet und vermittelt das Grundstück den unmittelbaren Übergang in den inneren Gemeindebereich und bedarf der besonderen Gestaltung.Eine Situation, wie sich das derzeitige Aldi-Grundstück darstellt, sollte sich nicht wiederholen.

Der Schlüssel zur Lösung

könnte die Voll-Signalisierung des genannten Knotens mit einer separaten -ausreichend langen Linksabbiegerspur sein.das hätte zudem den Vorteil,dass Fußgänger von West und Nord, ohne Umwege sicher den Knoten passieren könnten und dies nicht z.B. am Ausgang zur Alten Celler Heerstr. unkontrolliert tun.Würde man dann noch die Bedarfs-Ampel nach Süden verlegen oder durch einen Zebrastreifen ersetzen, wäre das System (außen) sicher und komplett und der gesamte Einkaufsbereich "Alt" mit "Neu"zukunftsweisend und sicher erschlossen.Denke, dass dann auch die Kosten für eine Voll-Signalisierung dem Betreiber anzulasten wären. Möglicherweise bleiben die Kosten bei einem spter notwendig werdenden Ausbau bei der Gemeinde.

Zusammenfassende Anregungen

1.Der Verkehrs -Knotenpunkt POST/Alte Celler/Meißendorferstr. wird entsprechend den o.g. Anforderungen aufgerüstet.

2. FGÜ wird nach Süden verschoben und ggf.durch einen FGÜ ersetzt.

3.Die Zugänge für Fußgänger von den öffentl. Fußwege werden separat neben den ZU,-bzw. Ausfahrten angelegt und Barriere-frei mit der Eingangssituation verbunden.In den öffentl. Gehweg Bereichen werden die Zugänge taktil angezeigt.

4.Notwendige Behindertenplätze und Mutter/Kind- PLätze werden nahe dem Eingang ausgewiesen.

5.Der Eingangsbereich ist Richtlinien-gerecht auszustatten.

6.Bei Drehtüren ist ein zweiter Zugang anzulegen.

7.Die nebeneinander liegenden Zentren sind fußläufig zu vernetzen.

8.Vor der endgültigen Entscheidung wird ein umfassender Vorentwurf für die Erschließung "INNEN" und "AUSSEN" erarbeitet und vorgestellt.

Im Zusammenhang wird verwiesen auf NStrG § 10/46a sowie das NBGG

gez.E.Gottschalk                                                                                BSkoda

1.Vorsitzender des SoVD Winsen /Aller